Vertrauliche Spurensicherung

Wir helfen Ihnen, wenn Sie Gewalt erlebt haben

Sie haben sexualisierte Gewalt oder körperliche Misshandlung erlebt? Im Klinikum Bayreuth können Sie mögliche Spuren vertraulich sichern lassen – auch wenn Sie zunächst keine Anzeige bei der Polizei erstatten möchten oder können.

Die vertrauliche Spurensicherung ermöglicht es Ihnen, die Entscheidung über eine Anzeige zunächst offenzuhalten.

Sie können jederzeit zu uns kommen.

Die Spurensicherung ist rund um die Uhr möglich.

Zentrale Notaufnahme

Frauenklinik

An beiden Stellen ist vertrauliche Spurensicherung möglich.

Bitte kommen Sie möglichst schnell nach der Tat. Je früher Spuren gesichert werden, desto besser können sie erhalten und dokumentiert werden.

Uns ist wichtig

Wir sichern auf Wunsch die Spuren.

Wir untersuchen und versorgen Sie.

Wir behandeln Ihre Angaben vertraulich.

Wir lassen Ihnen die Entscheidung über das weitere Vorgehen.

Was bedeutet vertrauliche Spurensicherung?

Bei der vertraulichen Spurensicherung werden mögliche Spuren der Tat gesichert und dokumentiert. Die Beweismittel werden anschließend sicher aufbewahrt.

Die Polizei wird nicht automatisch informiert.

Sie entscheiden selbst, ob und wann die gesicherten Beweismittel an die Polizei oder andere Strafverfolgungsbehörden weitergegeben werden.

Für die medizinische Dokumentation und die eindeutige Zuordnung der Spuren benötigen wir intern Ihren Namen und Ihre Kontaktdaten. Diese Angaben werden vertraulich behandelt.

Eine Weitergabe der gesicherten Beweismittel an Polizei, Staatsanwaltschaft oder andere Stellen erfolgt nur mit Ihrem ausdrücklichen Einverständnis.

Gut zu wissen

Die Abrechnung der vertraulichen Spurensicherung mit der gesetzlichen Krankenkasse erfolgt anonymisiert. Die Krankenkasse erfährt nicht, bei welcher versicherten Person die Untersuchung durchgeführt wurde.

Was passiert bei der Untersuchung?

Zur vertraulichen Spurensicherung gehören insbesondere:

  • die medizinische Untersuchung,
  • die Sicherung möglicher Spuren am Körper,
  • die Dokumentation von Verletzungen und Befunden,
  • die sichere Aufbewahrung der Beweismittel und der Dokumentation.

Gesicherte Beweismittel werden zur ordnungsgemäßen Aufbewahrung an das Institut für Rechtsmedizin Würzburg übermittelt.

Die reguläre Aufbewahrungsfrist beträgt zwei Jahre. Sie können eine frühere Vernichtung oder eine Verlängerung der Aufbewahrungsfrist verlangen.

Was sollten Sie beachten?

Wenn es Ihnen möglich ist, helfen Sie dabei, mögliche Spuren zu erhalten:

  • Duschen Sie nach der Tat möglichst nicht.
  • Wechseln Sie die beim Tathergang getragene Kleidung möglichst nicht.
  • Bringen Sie die getragene Kleidung zur Untersuchung mit.
  • Bewahren Sie gegebenenfalls benutzte Tampons, Slipeinlagen oder Taschentücher auf und bringen Sie diese mit.
  • Auch beschädigte oder verschmutzte Kleidung kann wichtige Spuren enthalten.

Sie haben bereits geduscht oder die Kleidung gewechselt? Kommen Sie trotzdem zu uns.

Eine medizinische Untersuchung und Spurensicherung kann auch dann sinnvoll sein.

Sie müssen nicht sofort Anzeige erstatten

Nach einer Gewalterfahrung kann es schwerfallen, unmittelbar eine Entscheidung über eine Anzeige zu treffen.

Die vertrauliche Spurensicherung gibt Ihnen die Möglichkeit, mögliche Beweismittel sichern zu lassen und die Entscheidung zunächst offenzuhalten.

Wenn Sie sich später für eine Anzeige entscheiden oder der Weitergabe der Beweismittel zustimmen, können die aufbewahrten Beweismittel für strafrechtliche Ermittlungen beziehungsweise gegebenenfalls für ein zivilrechtliches Verfahren zur Verfügung gestellt werden.

Wer kann die vertrauliche Spurensicherung in Anspruch nehmen?

Die Kosten der vertraulichen Spurensicherung werden für gesetzlich Krankenversicherte von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Bitte bringen Sie, wenn möglich, Ihre elektronische Gesundheitskarte (eGK) mit.

Wenn Sie keine eGK vorlegen können, kann der Versichertenstatus auch auf anderem Weg bestätigt werden.

Eine vertrauliche Spurensicherung ist grundsätzlich nicht mehr möglich, wenn die betroffene Person den Sachverhalt bereits selbst den Strafverfolgungsbehörden mitgeteilt und – bei einem Antragsdelikt – einen Strafantrag gestellt hat.

Wichtig zu wissen

Die vertrauliche Spurensicherung beinhaltet keinen HIV- oder Hepatitistest.

Wenn medizinische Untersuchungen, eine Behandlung oder weitere Unterstützung erforderlich sind, besprechen wir mit Ihnen die nächsten Schritte.

Wir lassen Sie nicht allein

Nach einer Gewalterfahrung können neben der medizinischen Versorgung weitere Fragen und Belastungen entstehen.

Das Klinikum Bayreuth arbeitet deshalb mit regionalen Beratungsstellen und Einrichtungen zusammen, darunter:

Wir vermitteln bei Bedarf den Kontakt zu einer geeigneten Beratungsstelle.

Das Klinikum Bayreuth ist der einzige Leistungserbringer für die vertrauliche Spurensicherung in Oberfranken.